Ein augenzwinkernder Leitfaden — direkt aus dem Wald, wo ein Viertel bis die Hälfte der Zeit mit Suchen statt mit Nachsuchen verbracht wird. Kinderchen, das geht besser.
Ein Markierungsband findet Platz in jeder Ritze der Jagdausrüstung. Trotzdem stapft der Nachsuchenführer regelmäßig durch den Wald und sucht den "stolz ausgebänderten" Anschuss — weil sich kleine Zipfelchen im Unterholz hervorragend verstecken.
Etwas daneben ist nicht schlimm — der Hund findet den Anschuss sowieso selbst. Hauptsache, du als Mensch findest die Stelle wieder.
Die Faustregel: langes Stück Anschuss, kürzeres Stück Flucht. Schon hat der Schweißhundeführer die halbe Geschichte.
Markiert die exakte Stelle. Wind kann Bänder verdriften — Ast auf die Markierung am Boden, dann bleibt sie liegen.
Bitte mehr als ein kleiner Zipfel. Wer das Geld für Munition hat, hat auch das Geld für 100 cm Markierungsband.
Farbwahl nach Saison
Technik macht's möglich, und ein Handy hat heute jeder. Wer den Standort schickt und ein Foto dazu, spart dem Schweißhundeführer eine halbe Stunde Wald-Geographie — und ermöglicht eine Nachsuche, selbst wenn er allein anrücken muss.
Die WhatsApp-Nummer des Schweißhundeführers sollte jeder Jäger im Telefon haben. So wie das Bändchen in der Tasche.
Live-Location oder Pin senden — und der Profi findet den Weg, ohne in den Wäldern ausbuchstabieren zu müssen.
Bändchenfarbe, Lage, Umgebung. Mit dem Bild ist der Schweißhundeführer schon halb da, bevor er losgefahren ist.
Bei guter Markierung kann der Profi allein anrücken. Besser improvisieren als die Nachsuche ganz unterlassen.
10 bis 30 Minuten warten. Dann ruhig anpirschen — das Wild könnte noch in der Nähe sein. Und der eigene Hund? Bleibt am Riemen. Rotwild, Damwild und Rehwild verschwinden sonst lautlos, ohne dass jemand es bemerkt.
Sobald das angeschossene Stück bei dir erlegt wird, einen Lauf vom Stück trennen. Dauert keine Minute.
Lauf bleibt dort, wo das Stück geborgen wurde. Punkt. Keine weitere Aktion nötig.
Der Nachsuchenhund findet den Lauf, der Führer weiß: Suche beendet, Stück geborgen. Keine Stunden mit Trecker-, Reifen- und Menschenspuren mehr.
Die meisten Fehler entstehen durch Hektik. Schützen, die zu schnell sind. Anrufe um 3 Uhr nachts. Spätabends in Panik geraten. Die Nachsuche hat einen besten Freund, und der heißt Zeit.
Um 3 Uhr nachts macht niemand Nachsuchen-Planung. Auch die Hunde wollen so früh nicht raus.
Reicht völlig. Die Planung beginnt hier ohnehin. Ihr werdet euch wundern, wie entspannt das läuft.
Spätabends angeschossen? Keine Panik. Zeit spielt für die Nachsuche, nicht gegen sie.
Lieber einmal anrufen als zweimal suchen. Der Profi ist da. Ein guter Schweißhund hat übrigens kein Problem damit, dass vorher schon ein anderer Hund auf der Fährte war.
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